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Forschung22. März 2026

CJC-1295/Ipamorelin Kombination: Forschungsüberblick und Hintergrund

Faktenbasierter Überblick zur CJC-1295/Ipamorelin Kombination: Wirkmechanismen, Halbwertszeiten, Synergie-Daten, Sicherheitsprofil und Unterschied DAC/No-DAC.

CJC-1295/Ipamorelin Kombination: Forschungsüberblick und Hintergrund

Die Kombination aus CJC-1295 und Ipamorelin gehört zu den am häufigsten diskutierten Peptid-Stacks in der GH-Forschung. Beide Peptide stimulieren die Ausschüttung von Wachstumshormon, jedoch über unterschiedliche Rezeptorsysteme. Dieser komplementäre Mechanismus wird häufig als Begründung für die Kombination angeführt, kontrollierte Studien zu genau dieser Mischung fehlen jedoch. Der Großteil der im Folgenden genannten Evidenz stammt von den einzelnen Peptiden oder aus verwandter GHRH-plus-GHRP-Forschung.

Dieser Artikel fasst die verfügbaren Daten zusammen: Wirkmechanismen, pharmakokinetische Unterschiede, Synergie-Daten und die Sicherheitsprofile beider Peptide.

Nur für Forschungszwecke

Dieser Text bietet einen wissenschaftlichen Überblick. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ersetzt nicht die Konsultation eines Arztes. Keines der beiden Peptide verfügt über eine EU-Zulassung als Arzneimittel.

CJC-1295 (No-DAC)/Ipamorelingrowth

2-in-1 Wachstumshormon-Mischung: CJC-1295 no-DAC (Modified GRF 1-29, 5 mg) + Ipamorelin (5 mg) in einem Fläschchen. Die CJC-1295-Komponente ist die kurzwirksame no-DAC-Variante (etwa 30 Minuten Halbwertszeit), nicht die langwirksame DAC-Form. Stimuliert die natürliche GH-Freisetzung über zwei verschiedene Signalwege für verstärkte, physiologischere Wachstumshormon-Pulse.

CJC-1295: GHRH-Analogon mit verlängerter Wirkdauer

CJC-1295 ist ein synthetisches Analogon des Growth Hormone Releasing Hormone (GHRH). Es besteht aus den ersten 29 Aminosäuren des natürlichen GHRH mit vier Aminosäure-Substitutionen, die Resistenz gegen den Abbau durch Dipeptidylpeptidase-4 (DPP-4) verleihen.

Mit und ohne DAC

Eine wichtige praktische Unterscheidung betrifft die Variante:

  • CJC-1295 mit DAC (Drug Affinity Complex): Die DAC-Komponente bindet im Blut an Albumin und verlängert die Halbwertszeit auf etwa 6-8 Tage (Teichman et al., 2006). Eine einzelne Injektion kann den GH-Spiegel über mehrere Tage erhöhen.
  • CJC-1295 ohne DAC (auch als Mod GRF 1-29 bezeichnet): Dieser Form fehlt der Albumin-bindende Linker, weshalb sie deutlich kürzer wirkt. Die für die No-DAC-Form angeführte Begründung lautet, dass die schnellere Clearance den GH-Spiegel zwischen den Gaben näher an den Ausgangswert zurückkehren lässt, was das Signal näher am körpereigenen pulsatilen Muster halten soll. Direkte humane pharmakokinetische Daten speziell zur No-DAC-Form sind begrenzt, weshalb dies eine mechanistische Erwartung bleibt und keine durch eine gleichwertige veröffentlichte Studie belegte Größe.

Klinische Daten

Teichman et al. (2006) veröffentlichten die zentrale klinische Studie zu CJC-1295 mit DAC im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism. In dieser randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie an gesunden Erwachsenen (21-61 Jahre) führte eine einzelne subkutane Injektion zu:

  • Dosisabhängigen GH-Anstiegen um das 2- bis 10-Fache über 6 Tage oder länger
  • IGF-1-Anstiegen um das 1,5- bis 3-Fache über 9-11 Tage
  • Geschätzter Halbwertszeit: 5,8-8,1 Tage
  • Hinweisen auf einen kumulativen Effekt bei wiederholter Gabe

Die Autoren beschrieben die Verabreichung als sicher und relativ gut verträglich, insbesondere bei Dosen von 30 oder 60 mcg/kg. Die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse waren Reaktionen an der Injektionsstelle; zudem wurden Kopfschmerzen, Durchfall und Hitzewallungen beobachtet, gelegentlich mit vorübergehender leichter Hypotonie, vor allem bei den höher untersuchten Dosen. Es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Reaktionen berichtet.

Ipamorelin: Selektiver Ghrelin-Rezeptor-Agonist

Ipamorelin ist ein Pentapeptid, das am Ghrelin-Rezeptor (GHS-R1a) somatotropher Zellen der Hypophyse wirkt. Es gehört zur Klasse der Growth Hormone Releasing Peptides (GHRP), unterscheidet sich jedoch von älteren Vertretern durch ein deutlich selektiveres Profil.

Selektivität als Unterscheidungsmerkmal

Raun et al. (1998) beschrieben Ipamorelin im European Journal of Endocrinology als das "erste selektive Wachstumshormon-Sekretagogum". Diese Charakterisierungen stammen aus Tiermodellen (Ratten und wache Schweine), sie beschreiben also die präklinische Pharmakologie der Substanz und kein bestätigtes humanes endokrines Profil. Die wichtigsten berichteten Beobachtungen waren:

  • Ipamorelin setzte GH frei, ohne ACTH oder Cortisol signifikant über die GHRH-Kontrollwerte hinaus zu erhöhen
  • Selbst bei Dosen, die das 200-Fache der ED50 für die GH-Freisetzung überschritten, blieben die Cortisolspiegel stabil
  • Kein signifikanter Effekt auf FSH, LH, Prolaktin oder TSH

Zum Vergleich: In derselben Studienklasse führten GHRP-6 und GHRP-2 bei vergleichbaren GH-stimulierenden Dosen zu messbaren Anstiegen von ACTH und Cortisol. Humane Daten zur endokrinen Selektivität von Ipamorelin bleiben begrenzt.

Warum Selektivität wichtig ist

In der GH-Forschung ist es oft von Interesse, die Wachstumshormonachse zu stimulieren, ohne gleichzeitig die Stressachse (HPA-Achse) zu aktivieren. In den Tierstudien von Raun et al. erhöhte Ipamorelin GH ohne signifikanten Cortisolanstieg, weshalb es in diesem Zusammenhang häufig diskutiert wird. Ob dieselbe Trennung auch beim Menschen besteht, ist durch gleichwertige klinische Daten nicht belegt.

Die Synergie: GHRH + GHRP

Die Kombination eines GHRH-Analogons mit einem GHRP ist kein neues Konzept. Bowers et al. beschrieben bereits 1991 in Endocrinology, dass GHRP die GH-Freisetzung über einen eigenständigen, komplementären Mechanismus stimuliert, getrennt vom GHRH-Rezeptor und unabhängig von Opiatrezeptoren.

Zwei getrennte Signalwege

Der synergistische Effekt entsteht durch die gleichzeitige Aktivierung zweier unterschiedlicher Rezeptorsysteme:

  1. GHRH-Rezeptor (aktiviert durch CJC-1295): Stimuliert die cAMP-Signalkaskade in somatotrophen Zellen
  2. GHS-R1a (aktiviert durch Ipamorelin): Stimuliert die Phospholipase-C-Kaskade und die intrazelluläre Calciumfreisetzung

Diese getrennten intrazellulären Signalwege laufen bei der GH-Sekretion zusammen. Als mechanistische Begründung auf Klassenebene wird erwartet, dass die Aktivierung beider Wege eine stärkere GH-Antwort auslöst als jeder Weg für sich, dies ist jedoch eine pharmakologische Erwartung und kein gemessenes Ergebnis für die Kombination aus CJC-1295 und Ipamorelin.

Was die Synergie-Forschung tatsächlich untersucht hat

Veldhuis und Bowers (2009) infundierten gesunden Männern gleichzeitig GHRH und GHRP-2 und untersuchten, welche Faktoren (Alter, abdominal-viszerales Fett, Sexualsteroide, IGF-1) die Stärke der resultierenden GHRH-GHRP-Synergie bestimmen. Wichtiger Kontext für die Einordnung dieser Studie:

  • Sie verwendete GHRH und GHRP-2, nicht CJC-1295, nicht Ipamorelin und nicht genau diese Mischung
  • Das Studiendesign löste die kombinierte Antwort aus und untersuchte deren Determinanten, es gab jedoch keine Einzelwirkstoff-Vergleichsarme, aus denen sich ein sauberer Multiplikator Kombination gegenüber Monotherapie ableiten ließe
  • Alter und abdominal-viszerales Fett korrelierten negativ mit der Synergie, während IGF-1 und IGFBP-3 positiv korrelierten

Das Synergiekonzept ist also in der GHRH-plus-GHRP-Forschung gut begründet, ein konkreter numerischer Multiplikator für die Kombination CJC-1295/Ipamorelin lässt sich aus diesen Daten jedoch nicht ableiten. Die Übertragbarkeit beruht auf gemeinsamer Rezeptorpharmakologie, nicht auf einer Studie zu diesem Produkt.

DAC oder kein DAC: Was für die Forschung zählt

Die Wahl der CJC-1295-Variante hat direkte Konsequenzen für das Forschungsdesign:

Halbwertszeit
CJC-1295 mit DAC
6-8 Tage (Teichman et al.)
CJC-1295 ohne DAC (Mod GRF 1-29)
Deutlich kürzer (kein Albumin-Linker)
Expositionsdauer
CJC-1295 mit DAC
Tage pro Gabe
CJC-1295 ohne DAC (Mod GRF 1-29)
Kurz pro Gabe
Design-Begründung
CJC-1295 mit DAC
Anhaltender GH-Antrieb
CJC-1295 ohne DAC (Mod GRF 1-29)
Signal näher am körpereigenen pulsatilen Muster

Eine verbreitete Annahme ist, dass die DAC-Form GH auf ein konstantes, unphysiologisches Niveau abflacht. Die direkten humanen Daten relativieren dieses Bild: Ionescu und Frohman (2006) berichteten, dass unter kontinuierlicher CJC-1295-DAC-Stimulation der mittlere GH-Spiegel und der Talwert anstiegen, die Pulsfrequenz und -amplitude der GH-Sekretion jedoch erhalten blieben und die endogene Somatostatin-Regulation offenbar weiterhin funktionsfähig war. Mit anderen Worten: Die DAC-Form erhöht den GH-Basalspiegel, während die Pulsatilität bestehen bleibt, statt sie einfach aufzuheben. Die No-DAC-Form wird vor allem wegen ihrer kürzeren Wirkdauer gewählt, nicht weil eine direkte Vergleichsstudie am Menschen gezeigt hätte, dass sie ein physiologischeres Profil als DAC erzeugt.

Sicherheitsprofil

CJC-1295

Die Studie von Teichman et al. (2006) untersuchte die DAC-Form von CJC-1295 und berichtete über keine schwerwiegenden unerwünschten Reaktionen im untersuchten Dosisbereich, wobei die Substanz bei 30-60 mcg/kg als sicher und relativ gut verträglich beschrieben wurde. Die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse waren Reaktionen an der Injektionsstelle, zudem wurden Kopfschmerzen, Durchfall, Hitzewallungen und gelegentlich vorübergehende leichte Hypotonie beobachtet, vor allem bei den höher untersuchten Dosen. Dieser Sicherheitsbefund bezieht sich auf das DAC-Molekül in einer kurzen Studie; er begründet kein Sicherheitsprofil für die hier angebotene No-DAC-Form, zu der keine gleichwertige Studie am Menschen existiert.

Ipamorelin

Ipamorelin wird in der Literatur allgemein als gut verträglich beschrieben. Sein prägendes präklinisches Merkmal ist die Selektivität: In den Tierstudien von Raun et al. (1998) stimulierte es GH, ohne Cortisol oder Prolaktin signifikant zu erhöhen, anders als ältere GHRPs. Es gibt keine dedizierte Langzeit-Sicherheitsstudie zu Ipamorelin am Menschen, weshalb jede Aussage zur Verträglichkeit auf kurzen Studien und präklinischer Arbeit beruht und nicht auf umfangreichen kontrollierten Daten.

Begrenzte Langzeitdaten

Langzeit-Sicherheitsdaten zu beiden Peptiden sind begrenzt. Die verfügbaren klinischen Studien hatten kurze Laufzeiten (28-49 Tage für CJC-1295). Weder CJC-1295 noch Ipamorelin verfügen über eine EU-Zulassung als Arzneimittel.

Zusammenfassung der Forschung

Die Kombination aus CJC-1295 und Ipamorelin nutzt die komplementäre Rezeptorpharmakologie der GHRH- und GHRP-Signalwege. Die Daten stützen folgende zentrale Punkte:

  • CJC-1295 mit DAC verlängerte die GHRH-Rezeptoraktivierung und erhöhte GH und IGF-1 dosisabhängig in einer klinischen Studie (Teichman et al., 2006); die hier angebotene No-DAC-Form wirkt über denselben Rezeptor, wurde jedoch nicht in einer gleichwertigen Studie getestet
  • In Tierstudien zeigte Ipamorelin eine hohe GHRP-Selektivität mit minimaler Auswirkung auf Cortisol und Prolaktin (Raun et al., 1998); gleichwertige humane Daten zur endokrinen Selektivität sind begrenzt
  • Die Kombination aus GHRH und GHRP ist eine gut untersuchte Synergie auf Klassenebene, die zugrunde liegende Forschung (Veldhuis und Bowers, 2009) verwendete jedoch GHRH plus GHRP-2, nicht CJC-1295, Ipamorelin oder diese Mischung, und berichtete keinen Multiplikator Kombination gegenüber Monotherapie
  • Die Teichman-Studie untersuchte CJC-1295 DAC, und Raun lieferte präklinische Daten zur Selektivität von Ipamorelin; keine gleichwertige Sicherheitsstudie hat ein Sicherheitsprofil für die hier angebotene No-DAC-Mischung belegt

Die Forschung in diesem Bereich ist weiterhin aktiv, doch Langzeitdaten und große randomisierte Studien zu genau dieser Kombination fehlen. Die zitierten Publikationen beschreiben die einzelnen Peptide und die allgemeine Rezeptorpharmakologie, nicht diese spezifische Mischung.

Häufig gestellte Fragen

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CJC-1295 (No-DAC)/Ipamorelingrowth

2-in-1 Wachstumshormon-Mischung: CJC-1295 no-DAC (Modified GRF 1-29, 5 mg) + Ipamorelin (5 mg) in einem Fläschchen. Die CJC-1295-Komponente ist die kurzwirksame no-DAC-Variante (etwa 30 Minuten Halbwertszeit), nicht die langwirksame DAC-Form. Stimuliert die natürliche GH-Freisetzung über zwei verschiedene Signalwege für verstärkte, physiologischere Wachstumshormon-Pulse.

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CJC-1295 ohne DAC (Mod GRF 1-29) ist ein kurzwirksames GHRH(1-29)-Analogon für die GH/IGF-1-Forschung. Lyophilisiertes Pulver in Forschungsqualität, Reinheit laut Spezifikation >=99% (HPLC). Nur für Laborzwecke.

Referenzen

  1. Teichman SL et al. (2006). Prolonged stimulation of growth hormone (GH) and insulin-like growth factor I secretion by CJC-1295, a long-acting analog of GH-releasing hormone, in healthy adults. J Clin Endocrinol Metab, 91(3), 799-805.
  2. Raun K et al. (1998). Ipamorelin, the first selective growth hormone secretagogue. Eur J Endocrinol, 139(5), 552-561.
  3. Bowers CY et al. (1991). On the actions of the growth hormone-releasing hexapeptide, GHRP. Endocrinology, 128(4), 2027-2035.
  4. Veldhuis JD, Bowers CY (2009). Determinants of GH-releasing hormone and GH-releasing peptide synergy in men. Am J Physiol Endocrinol Metab, 296(5), E1085-E1092.
  5. Ionescu M, Frohman LA (2006). Pulsatile secretion of growth hormone (GH) persists during continuous stimulation by CJC-1295, a long-acting GH-releasing hormone analog. J Clin Endocrinol Metab, 91(12), 4792-4797.

Forschung in Deutschland

Für Forschende in Deutschland gelten beim Bezug von Peptiden besondere regulatorische Rahmenbedingungen, die wir hier kurz einordnen.

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