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Forschung27. Februar 2026

Nootropische Peptide: Semax, Selank, PE-22-28, Adamax | PeptidesDirect

Alle kognitiven Peptide im Überblick: Semax, Selank, PE-22-28, Adamax und der Semax/Selank Mix. Wirkmechanismen, Vergleich und Forschungsanwendungen.

Nootropische Peptide für die Forschung: Semax, Selank, PE-22-28 und Adamax

Die kognitive Peptidforschung hat sich in den letzten zehn Jahren merklich beschleunigt. Semax und Selank, beide in den 1980er Jahren an der Russischen Akademie der Wissenschaften entwickelt, gehören mittlerweile zum Standardrepertoire neurowissenschaftlicher Labors weltweit. Mit PE-22-28 und Adamax sind zwei jüngere Verbindungen hinzugekommen, die über gänzlich andere Mechanismen arbeiten. Hier eine Einordnung aller kognitiven Peptide, die wir bei PeptidesDirect führen.

Die fünf kognitiven Peptide im Kurzprofil

Semaxcognitive

Basiert auf dem ACTH(4-7)-Fragment. Wirkt primär über BDNF- und NGF-Hochregulierung. Aktivierendes Profil, Fokus auf Neuroprotektion und Kognition.

Selankcognitive

Abgeleitet von Tuftsin. Verstärkt GABAerge Transmission und verlängert die Wirkung endogener Enkephaline. Beruhigendes, anxiolytisches Profil.

Semax/Selank Mixcognitive

Kombiniert beide Peptide in einem Vial. BDNF-Steigerung ohne aktivierungsbedingte Unruhe, weil Selank gegensteuert.

PE-22-28cognitive

Spadin-Derivat, das TREK-1-Kaliumkanäle blockiert. Stammt aus der Antidepressiva-Forschung, mechanistisch eigenständig.

Adamaxcognitive

Adamantyl-modifizierte Semax-Variante. Erhöhte Stabilität und Potenz pro Milligramm bei gleichbleibendem nootropischem Grundprofil.

Semax -- Der BDNF-Verstärker

Semax ist ein synthetisches Heptapeptid (Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro), entwickelt am Institut für Molekulargenetik der Russischen Akademie der Wissenschaften. In Russland hat es eine Arzneimittelzulassung.

Der wichtigste Wirkmechanismus ist die Hochregulierung von BDNF -- Brain-Derived Neurotrophic Factor. BDNF steuert synaptische Plastizität, also die molekulare Grundlage von Lernen und Gedächtnis. Es fördert neuronales Überleben, treibt Neurogenese im Hippocampus an und ist zentral für Langzeitpotenzierung. Daneben moduliert Semax NGF (Nerve Growth Factor), was Neuronenwachstum und Axonintegrität unterstützt.

Breite Genexpression

Transkriptomische Studien zeigen, dass Semax die Expression hunderter Gene beeinflusst -- nicht nur neuronale, sondern auch solche, die mit Immunantwort und Gefäßfunktion zusammenhängen. Dazu kommen nachgelagerte Effekte auf Dopamin- und Serotoninmetabolismus.

In der Forschung wird Semax primär eingesetzt in Schlaganfall- und Ischämiemodellen (Neuroprotektion), zur Untersuchung kognitiver Leistung und Gedächtnisbildung, bei Neuroinflammation sowie zur Erforschung von BDNF/NGF-Signalwegen.

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Selank -- Anxiolyse ohne Sedierung

Selank ist ebenfalls ein Heptapeptid (Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro), strukturell abgeleitet von Tuftsin, einem natürlich vorkommenden immunmodulatorischen Fragment. Wie Semax wurde es am gleichen Institut entwickelt und besitzt eine russische Zulassung.

Der zentrale Mechanismus betrifft das GABAerge System. Selank verstärkt die inhibitorische Neurotransmission, aber -- und das unterscheidet es grundlegend von Benzodiazepinen -- ohne in Forschungsmodellen Sedierung oder Abhängigkeit auszulösen.

Dazu kommt ein zweiter, weniger bekannter Mechanismus: Selank hemmt Enzyme, die Enkephaline abbauen. Enkephaline sind endogene Opioidpeptide, beteiligt an Stimmungsregulation. Durch die verlängerte Wirkdauer dieser körpereigenen Peptide entsteht ein beruhigender Effekt, ohne die Risiken exogener Opioide.

Selank beeinflusst außerdem die Balance von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin und behält Teile der immunmodulatorischen Eigenschaften seines Mutterpeptids Tuftsin bei, etwa Einfluss auf Zytokinproduktion und Immunzellfunktion.

Typische Forschungsfelder: Angst- und Stressmodelle, GABAerge Modulation, Immunmodulation über Zytokinregulation und Kognition unter Stressbedingungen.

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Semax und Selank Mix -- Zwei Gegengewichte

Der Semax/Selank Mix kombiniert beide Peptide in einem Vial. Die Rationale ist einfach: Semax ist aktivierend (BDNF, Dopamin), Selank ist beruhigend (GABA, Enkephaline). Zusammen ergibt sich ein Profil, das kognitive Verstärkung liefert, ohne angsterzeugende Nebenwirkungen -- ein anxiolytisches Nootropikum, wenn man so will.

In der Praxis bedeutet das: Semax steuert die kognitive Komponente bei (starke BDNF-Hochregulierung, Dopamin-Modulation), während Selank über GABAerge Verstärkung und Enkephalin-Stabilisierung den Gesamteffekt ausbalanciert.

Vereinfachtes Forschungsprotokoll

Für Forschungsprojekte, die kognitive Verbesserung und Stressresilienz gleichzeitig untersuchen wollen, spart der Mix die separate Handhabung zweier Peptide.

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PE-22-28 -- Ein anderer Ansatz über TREK-1

PE-22-28 gehört zur Spadin-Familie und hat mechanistisch nichts mit den russischen Nootropika gemein. Sein Ziel ist der TREK-1-Kaliumkanal (TWIK-Related K+ Channel 1), ein Zwei-Poren-Kanal mit breiter Verbreitung im Gehirn.

Warum TREK-1 interessant ist: Knockout-Mäuse ohne funktionalen TREK-1 zeigen in Verhaltenstests ein antidepressives Phänotyp. Umgekehrt korreliert TREK-1-Überexpression mit depressivem Verhalten. Die Blockade dieses Kanals gilt deshalb als vielversprechender Ansatz in der Antidepressiva-Forschung.

PE-22-28 blockiert TREK-1, erhöht dadurch die neuronale Erregbarkeit in relevanten Hirnregionen, beeinflusst die serotonerge Transmission und fördert in Tiermodellen die Neurogenese im Hippocampus.

Schneller Wirkungseintritt

Im Unterschied zu klassischen SSRIs, die Wochen bis zum Wirkungseintritt brauchen, zeigt PE-22-28 in Tiermodellen schnellere Effekte. Das macht es besonders interessant für die Erforschung neuer Antidepressiva-Mechanismen.

Forschungsfelder: TREK-1-Kanalpharmakologie, Antidepressiva mit neuem Wirkmechanismus, hippocampale Neurogenese und kognitive Effekte der Kaliumkanal-Modulation.

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Adamax -- Semax mit Adamantyl-Upgrade

Adamax ist strukturell eng mit Semax verwandt. Der Unterschied: Eine Adamantyl-Gruppe ersetzt einen Teil der Semax-Seitenkette. Diese chemische Modifikation soll die metabolische Stabilität erhöhen und die Potenz pro Milligramm steigern.

Im Vergleich zu Semax: Die Grundstruktur basiert ebenfalls auf ACTH(4-7), die Wirkmechanismen (BDNF, NGF, Dopamin) sind ähnlich, aber möglicherweise verstärkt. Der Nachteil -- die Forschungsliteratur zu Adamax ist deutlich dünner als die zu Semax, das über Jahrzehnte untersucht wurde.

Adamax ist besonders relevant für Struktur-Aktivitäts-Beziehungen (SAR) von ACTH-Derivaten, Pharmakokinetik-Vergleiche mit Semax und Studien, die eine höhere BDNF-Stimulation pro eingesetzter Menge benötigen.

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Orientierung: Welches Peptid passt zu welchem Forschungsziel?

Neurotransmitter-Profile im Vergleich

Semax und Adamax sind die stärksten BDNF-Treiber (Adamax möglicherweise noch etwas mehr). Selank dominiert bei GABA und Enkephalinen. PE-22-28 wirkt primär über Serotonin. Dopamin wird am deutlichsten von Semax und Adamax beeinflusst.

Qualität und Versand

Alle kognitiven Peptide bei PeptidesDirect werden mit unabhängiger Reinheitsprüfung (Janoshik COA, mindestens 98%) geliefert. Der Versand erfolgt innerhalb der EU in 2-3 Werktagen, ohne Zoll. Bezahlt werden kann per Krypto oder Kreditkarte. Für die Rekonstitution führen wir Bakteriostatisches Wasser.

Lagerung

Alle Peptide werden lyophilisiert geliefert. Vor der Rekonstitution bei -20 Grad Celsius lagern, danach bei 2-8 Grad Celsius und innerhalb von vier Wochen verbrauchen. Lichtschutz beachten. Mehr dazu im Peptide Storage Guide.