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Forschung15. Februar 2026

Semax & Selank: Nootropische Peptide für die kognitive Forschung

Überblick zu Semax und Selank: Herkunft, Mechanismen, Unterschiede und typische Forschungsanwendungen im Vergleich.

Semax und Selank werden in der kognitiven Neurowissenschaft häufig gemeinsam diskutiert, sind aber nicht austauschbar. Beide sind synthetische Heptapeptide mit einer Pro-Gly-Pro-Verlängerung und stammen aus der russischen Peptidforschung. Sie leiten sich jedoch von unterschiedlichen Ausgangsmolekülen ab und werden über verschiedene Mechanismen untersucht. Diese Unterschiede sind für die Versuchsplanung relevant.

Semax: Abgeleitet von ACTH

Semax basiert auf dem ACTH(4-7)-Fragment des adrenocorticotropen Hormons. Das ursprüngliche Forschungsziel in den 1980er Jahren war, neurotrophe Effekte von ACTH zu erhalten und zugleich die hormonelle Aktivität zu reduzieren. Die resultierende Sequenz, Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro, ist mit einer C-terminalen Pro-Gly-Pro-Verlängerung versehen, die mit verbesserter Stabilität gegenüber dem nativen ACTH-Fragment verbunden ist.

Wie Semax wirkt

BDNF-Hochregulierung in der Semax-Forschung

Ein wiederkehrendes Thema in der Semax-Literatur ist die Hochregulierung des Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF). Das ist relevant, weil BDNF mit neuronalem Überleben, synaptischer Plastizität, Gedächtniskonsolidierung und hippocampaler Neurogenese verknüpft ist. In einzelnen Arbeiten wird auch über Einflüsse auf den Nervenwachstumsfaktor (NGF) sowie auf den Dopamin- und Serotoninstoffwechsel berichtet.

Transkriptomische Studien erweitern dieses Bild. Semax beeinflusst die Expression zahlreicher Gene, die mit Immunantwort, Gefässfunktion und neuronaler Signalgebung zusammenhängen. Diese Breite der Wirkung erschwert die Festlegung eines einzelnen primären Mechanismus.

In Forschungsmodellen wurde Semax unter anderem in Schlaganfall- und Ischämie-Paradigmen, in Lern- und Gedächtnistests sowie in Arbeiten zu neuroinflammatorischen Prozessen untersucht.

Semaxcognitive

Gehirnförderndes nootropes Peptid, abgeleitet von ACTH. Erhöht BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), verbessert Fokus, Gedächtnis und geistige Klarheit. Weit verbreitet in der russischen klinischen Praxis zur kognitiven Verbesserung.

Selank: Abgeleitet von Tuftsin

Selank verwendet ein anderes Ausgangsmolekül. Es ist ein Analogon von Tuftsin (Thr-Lys-Pro-Arg), einem endogenen immunmodulatorischen Peptid. Die vollständige Sequenz lautet Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro und ist ebenfalls durch eine Gly-Pro-Verlängerung stabilisiert. Tuftsin ist primär für immunologische Effekte bekannt; Selank wurde entwickelt, um daran anknüpfende anxiolytische und nootropische Fragestellungen zu untersuchen.

Wie Selank wirkt

GABAerge Modulation als Arbeitshypothese

Während Semax meist über neurotrophe Signalwege diskutiert wird, wird Selank vor allem im Zusammenhang mit dem GABAergen System untersucht, also einem zentralen inhibitorischen Netzwerk des Gehirns. Die Literatur stützt anxiolytische Effekte in bestimmten Modellen, aber der genaue Mechanismus bleibt unvollständig geklärt. Einzelne Arbeiten sprechen eher für eine indirekte oder modulierende Rolle als für einen klar etablierten direkten GABA-Mechanismus.

Selank wurde zudem mit einer Hemmung Enkephalin-abbauender Enzyme in Verbindung gebracht. Diese Beobachtung wird als möglicher Beitrag zu Effekten auf Stimmung und Stressregulation diskutiert, erlaubt aber keine pauschalen Rückschlüsse auf ein opioidtypisches Sicherheitsprofil. Zusätzlich beschreiben einige Arbeiten Einflüsse auf Serotonin-, Dopamin- und Noradrenalin-Systeme, was auf ein breiteres neurochemisches Wirkprofil hindeutet.

Da Selank strukturell von Tuftsin abgeleitet ist, wird es auch in Studien zu Zytokinmustern und Immunzellfunktionen untersucht. Welche immunmodulatorischen Eigenschaften daraus im Detail folgen, hängt jedoch vom Modell und von der jeweiligen Versuchsanordnung ab.

Zu den typischen Forschungsanwendungen zählen Angst- und Stressmodelle, Studien zu Zytokinregulation und Immunfunktion, kognitive Leistung unter Belastung sowie transkriptomische Analysen entzündlicher und neurotransmitterbezogener Gennetzwerke.

Selankcognitive

Synthetisches Tuftsin-Analogon mit anxiolytischen, nootropen und immunmodulatorischen Eigenschaften. Entwickelt an der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Die beiden im Vergleich

Die Unterschiede werden deutlicher, wenn man sie nebeneinander betrachtet.

Ausgangsmolekül. Semax leitet sich von ACTH(4-7) ab. Selank leitet sich von Tuftsin ab. Das sind unterschiedliche biochemische Ausgangspunkte.

Primärer Forschungsfokus. Semax steht häufig im Kontext neurotropher Signalgebung, Neuroprotektion sowie Lern- und Gedächtnismodellen. Selank wird eher in anxiolytischen, stressbezogenen und neuroimmunologischen Modellen untersucht.

Schlüsselsignalwege. Für Semax werden vor allem BDNF- und NGF-bezogene Signalwege diskutiert. Bei Selank stehen GABAerge Modulation, Enkephalin-Metabolismus und monoaminerge Systeme im Vordergrund.

Neurotransmitter-Effekte. Für Semax wurden Veränderungen in dopaminergen und serotonergen Systemen beschrieben. Bei Selank wird über Effekte auf GABA sowie auf Monoamine berichtet.

Immunbeteiligung. Semax beeinflusst in Studien auch immunbezogene Genexpression. Selank weist aufgrund seiner Tuftsin-Herkunft einen stärkeren Bezug zu immunmodulatorischen Fragestellungen auf.

Sedierung. In Teilen der Literatur, vor allem in bestimmten Tiermodellen und klinischen Berichten zu intranasalen Anwendungen, werden beide Peptide nicht wie klassische Sedativa beschrieben. Das ist jedoch keine allgemeingültige Aussage für alle Applikationsformen, Dosen oder Versuchssysteme.

Die Wahl zwischen beiden

Beide zusammen verwenden

Semax und Selank werden in der Literatur meist in unterschiedlichen Forschungskontexten behandelt. Semax taucht eher in neurotrophen und kognitionsbezogenen Arbeiten auf, während Selank häufig in stress- oder angstbezogenen Designs untersucht wird. Vergleichs- und Kombinationsstudien können sinnvoll sein, wenn sowohl kognitive als auch affektive Endpunkte untersucht werden sollen. Die konkrete Evidenzbasis ist dabei je nach Modell sehr unterschiedlich und sollte vor der Studienplanung einzeln geprüft werden.

Semax/Selank Mixcognitive

Vorgemischte Kombination der zwei führenden nootropen Peptide in einem Fläschchen. Semax steigert Fokus und BDNF, Selank reduziert Angst und fördert Gelassenheit. Gemeinsam bieten sie ausgewogene kognitive Verbesserung für die Forschung.

Verwandte kognitive Peptide

PE-22-28 ist ein synthetisches Peptid aus der Spadin-Familie, das auf TREK-1-Kaliumkanäle abzielt. TREK-1 wurde mit Stimmungsstörungen und kognitiver Funktion in Verbindung gebracht, wodurch PE-22-28 für mechanistisch eigenständige Forschungsansätze relevant ist.

Adamax wird als adamantyl-modifizierte Variante von Semax beschrieben. Für diese Verbindung ist die öffentlich gut nachvollziehbare Primärliteratur jedoch deutlich dünner als für Semax oder Selank. Aussagen zu verbesserter Stabilität oder erhöhter Wirksamkeit sollten daher als vorläufig und nicht breit abgesichert betrachtet werden.

Handhabung und Lagerung

Rekonstitutions- und Lagerungsprotokoll

Viele Forschungsprodukte mit Semax oder Selank werden als lyophilisiertes Pulver angeboten, andere jedoch als gebrauchsfertige Lösung, etwa für intranasale Anwendungen. Falls eine Rekonstitution vorgesehen ist, sollte das vom jeweiligen Hersteller angegebene Protokoll befolgt werden. Häufig wird bakteriostatisches Wasser langsam entlang der Fläschchenwand zugegeben und das Vial anschließend vorsichtig geschwenkt. Nicht schütteln.

Auch Lagerung und Haltbarkeit richten sich nach Formulierung, Konzentration, Behältnis und Herstellerangaben. Häufig genannte Bereiche sind kühle, lichtgeschützte Lagerung nach Rekonstitution und tiefgekühlte oder gekühlte Lagerung vor der Rekonstitution, aber pauschale Temperatur- oder Fristangaben sind ohne produktspezifische Unterlagen nicht verlässlich. Weitere Details stehen im Leitfaden zur Peptidlagerung.

Qualitätsprüfung

Bei Forschungspeptiden sollten Analysenzertifikate, Reinheitsdaten, Identitätsprüfung und konkrete Versandinformationen immer für das jeweilige Produkt einzeln geprüft werden. Solche Angaben sind anbieter- und chargenabhängig und gehören nicht zu den allgemeinen wissenschaftlichen Eigenschaften von Semax oder Selank.

Wohin sich das Feld entwickelt

Aktuelle Arbeiten befassen sich unter anderem mit intranasalen Formulierungen, mit Transkriptomik in Krankheitsmodellen und mit strukturellen Analoga. Für Derivate wie Adamax ist die veröffentlichte Datenlage bislang deutlich schmaler als für Semax oder Selank selbst. Solche Analoga sollten daher getrennt von den besser dokumentierten Basissubstanzen bewertet werden.

Zusammenfassung

Semax und Selank sind keine zwei Namen für dasselbe Peptid. Semax wird vor allem im Zusammenhang mit neurotropher Signalgebung, Neuroprotektion und kognitiven Modellen diskutiert. Selank steht eher für Angst-, Stress- und neuroimmunologische Forschung. Welche Verbindung besser passt, hängt von der konkreten Forschungsfrage und von der Qualität der für das jeweilige Modell verfügbaren Evidenz ab.

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