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Forschung5. März 2026

SS-31 (Elamipretid) geht bei trockenem AMD in Phase 3

SS-31 (Elamipretid) wird in den Phase-3-Studien ReNEW und ReGAIN bei trockenem AMD mit Photorezeptorverlust und extrafovealer geografischer Atrophie untersucht. Der Artikel ordnet Wirkmechanismus, Studiendesign und regulatorischen Stand zum 5. März 2026 ein.

SS-31, auch als Elamipretid bezeichnet, ist ein mitochondrial ausgerichteter Wirkstoffkandidat mit klinischen Programmen in mehreren Indikationen. Für trockenes AMD mit Photorezeptorverlust und extrafovealer geografischer Atrophie laufen Phase-3-Programme, und für das Barth-Syndrom erhielt Forzinity (Elamipretid) am 19. September 2025 eine beschleunigte FDA-Zulassung. Diese Einordnung bezieht sich auf den Stand vom 5. März 2026. Quellen: FDA, 19. September 2025, Stealth BioTherapeutics, 13. März 2025, ClinicalTrials.gov, ReNEW / NCT06373731.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Forschungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung dar, und nichts in diesem Artikel sollte als Gesundheitsaussage oder Behandlungsempfehlung verstanden werden. Alle von Peptides Direct verkauften Peptide sind ausschließlich für Forschungszwecke bestimmt.

Was ist SS-31?

SS-31 ist ein kleines, zellpermeables Tetrapeptid (D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH2), das auf die innere Mitochondrienmembran abzielt. Es bindet an Cardiolipin, ein Phospholipid, das für Struktur und Funktion der Mitochondriencristä wichtig ist. Präklinische und klinische Arbeiten untersuchen, ob dieser Ansatz mitochondriale Dysfunktion in unterschiedlichen Krankheitsbildern beeinflussen kann.

Wirkmechanismus

Der Mechanismus wird in der Literatur meist über die Interaktion mit Cardiolipin beschrieben:

  • Cardiolipin-Bindung - SS-31 bindet an Cardiolipin in der inneren Mitochondrienmembran und soll so die Membranorganisation stabilisieren.
  • Unterstützung der Elektronentransportkette - Durch die Stabilisierung der Membranarchitektur soll ein effizienterer Elektronentransfer über die Komplexe I bis IV erhalten bleiben.
  • Reduktion oxidativen Stresses - Der Ansatz zielt nicht primär auf das Abfangen bereits gebildeter freier Radikale, sondern auf die Verringerung ihrer übermäßigen Entstehung in dysfunktionalen Mitochondrien.
  • Cristae-Struktur - In präklinischen Modellen wurden Effekte auf die Cristae-Struktur beschrieben; ob und in welchem Ausmass sich das klinisch übersetzt, ist indikationsabhängig zu prüfen.

Phase-3-Studien: ReNEW und ReGAIN bei trockenem AMD

Stealth BioTherapeutics entwickelt Elamipretid in zwei Phase-3-Programmen für trockenes AMD mit Photorezeptorverlust und extrafovealer geografischer Atrophie. Laut Unternehmensmitteilung vom 13. März 2025 hatte ReNEW damals 50 Prozent der geplanten Rekrutierung erreicht; zugleich kündigte das Unternehmen ReGAIN als zweite globale Phase-3-Studie an. Der primäre Endpunkt wurde dort als Veränderungsrate der makularen Fläche mit Photorezeptorverlust in Woche 48 beschrieben. Quellen: Stealth BioTherapeutics, 13. März 2025, ClinicalTrials.gov, ReNEW / NCT06373731.

Warum trockenes AMD?

AMD betrifft in den USA rund 20 Millionen Menschen. Für die späte trockene Form mit geografischer Atrophie standen vor wenigen Jahren keine zugelassenen Therapien zur Verfügung. Das hat sich geändert: Für GA sekundär zu AMD wurden mit Syfovre im Februar 2023 und Izervay im August 2023 erstmals Medikamente zugelassen; für Izervay folgte im Februar 2025 ein erweitertes Label ohne zeitliche Begrenzung der Dosierung. Vor diesem Hintergrund wird Elamipretid nicht als erste Therapie für GA entwickelt, sondern als Kandidat mit einem anderen biologischen Ansatz. Quellen: NEI, 12. Dezember 2023, Astellas, 13. Februar 2025.

Der klinische Ansatz bei Elamipretid unterscheidet sich von den bereits zugelassenen Komplement-Inhibitoren: Statt direkt in die Komplementkaskade einzugreifen, zielt das Programm auf mitochondriale Funktion und Photorezeptor-Integrität.

Studiendesign

ReNEW (NCT06373731) und das von Stealth angekündigte Schwesterprogramm ReGAIN wurden mit weitgehend gleichem Grunddesign beschrieben:

ParameterDetails
Patienten pro Studie360
Randomisierung2:1 (Wirkstoff : Placebo)
Dauer96 Wochen
Dosierung40 mg/Tag subkutane Selbstinjektion
Primärer EndpunktVeränderungsrate der makularen Fläche mit Photorezeptorverlust in Woche 48
Open-Label-ExtensionReTAIN-Studie

Für ReNEW nennt ClinicalTrials.gov zusätzlich sekundare Endpunkte in Woche 72 und 96 sowie Low-Luminance-BCVA-Messungen. Die Wahl des photorezeptorbezogenen Endpunkts passt zur Hypothese, dass strukturelle Photorezeptorveränderungen für die Krankheitsprogression relevant sein könnten. Ob sich dies in klinisch bedeutsame Vorteile übersetzen lässt, muss Phase 3 zeigen. Quellen: ClinicalTrials.gov, ReNEW / NCT06373731, Stealth BioTherapeutics, 13. März 2025.

FDA-Zulassung: Barth-Syndrom seit September 2025

Forzinity (Elamipretid) erhielt am 19. September 2025 von der FDA eine beschleunigte Zulassung für Barth-Syndrom bei Patientinnen und Patienten ab 30 kg Körpergewicht. Die FDA ordnet die Entscheidung als erste Zulassung einer Behandlung für Barth-Syndrom ein. Quelle: FDA, 19. September 2025.

Die FDA verweist zudem darauf, dass die beschleunigte Zulassung an eine bestätigende Post-Approval-Studie geknüpft ist. Für andere Indikationen wie trockenes AMD bedeutet die Barth-Syndrom-Zulassung vor allem, dass für Elamipretid bereits regulatorische, sicherheitsbezogene und pharmakokinetische Erfahrungen beim Menschen vorliegen; sie ist jedoch kein Wirksamkeitsnachweis für ophthalmologische Anwendungen.

Klinische Dosierangaben: Was öffentlich dokumentiert ist

Die klinisch dokumentierten Dosierungen unterscheiden sich je nach Indikation und Studienaufbau. Für den hier relevanten AMD-Kontext sind vor allem Registereinträge und Unternehmensangaben belastbar.

Studiendosen im öffentlich dokumentierten AMD-Programm

  • Phase 3 bei trockenem AMD (ReNEW / ReGAIN): 40 mg/Tag subkutan
  • Frühere kardiologische Studienprogramme: Es wurden auch niedrigere und höhere Dosierungsschemata untersucht, abhängig von Indikation und Studiendesign

Für die Einordnung des AMD-Programms sind vor allem die registrierte Tagesdosis und das Studiendesign relevant. Dieser Artikel stützt sich deshalb auf öffentlich nachvollziehbare Studienregister und Unternehmensmitteilungen, nicht auf unbelegte Detailangaben aus Drittdarstellungen.

Weitere untersuchte Indikationen

Der mitochondriale Wirkansatz von SS-31 hat zu Programmen in mehreren Krankheitsfeldern geführt:

  • Barth-Syndrom - regulatorisch am weitesten fortgeschritten; FDA-Zulassung seit 19. September 2025
  • Trockene AMD mit Photorezeptorverlust und extrafovealer geografischer Atrophie - Phase-3-Entwicklung mit ReNEW und ReGAIN
  • Primäre mitochondriale Myopathien - klinisch untersucht
  • Kardiologische und weitere mitochondriale Indikationen - in früheren Studienprogrammen adressiert

Diese Breite der Entwicklung ist für Forschende vor allem deshalb relevant, weil sie auf einen Wirkstoff mit mehreren klinischen Datensätzen in unterschiedlichen Geweben und Endpunktlogiken verweist.

Bedeutung für Forscher

Aus Forschungssicht ist SS-31 vor allem deshalb interessant, weil hier mehrere Ebenen zusammenkommen: ein klar formulierter mitochondrialer Wirkansatz, eine FDA-Zulassung in einer seltenen Erkrankung und laufende späte klinische Entwicklung in einer ophthalmologischen Indikation. Damit bleibt Elamipretid für Arbeitsgruppen relevant, die sich mit Mitochondrienbiologie, Bioenergetik und altersassoziierten Degenerationsprozessen befassen.

Gleichzeitig sollte die Einordnung nüchtern bleiben. Die Barth-Syndrom-Zulassung belegt keinen Nutzen bei trockenem AMD, und das Phase-3-Programm bei dieser AMD-Subgruppe war zum Stand dieses Artikels noch laufend, ohne entscheidende Wirksamkeitsdaten.

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Dieser Artikel dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Die von Peptides Direct verkauften SS-31-Peptide sind nicht für den menschlichen Konsum bestimmt und werden ausschließlich für die In-vitro-Forschung verkauft. Bitte beachten Sie die geltenden Vorschriften in Ihrer Rechtsordnung.