BPC-157 und TB-500 im Serum: Was eine neue Dopinglabor-Studie über Zerfall misst
Eine Analytik-Studie vom Juli 2026 berichtet vollständigen Zerfall von BPC-157 und TB-500 nur im Serum. Was die Zahlen sagen, und was sie ausdrücklich nicht sagen.

TL;DR: Vollständiger Zerfall nur im Serum
Datum: 27. Juli 2026, Fachzeitschrift Analyst der Royal Society of Chemistry (PMID 42328738)
Kernbefund: Bei 4 und 22 Grad Celsius wurde für BPC-157 und TB-500 vollständige Degradation nur im Serum berichtet, nicht in Plasma. In getrockneten Blutproben blieben alle 54 untersuchten Substanzen über die gesamte Studiendauer nachweisbar, und bei minus 20 Grad blieb ebenfalls alles stabil.
Der wichtigste Satz: Das sind gespikte Blutproben aus der Dopingkontrolle. Die Studie sagt nichts über die Haltbarkeit eines ungeöffneten Vials und nichts über rekonstituiertes Peptid in bakteriostatischem Wasser.
Warum es trotzdem interessant ist: Zur Matrixstabilität dieser beiden Peptide gibt es kaum unabhängig gemessene Zahlen, und diese hier stammen nicht von einem Händler.
Gastrisches Pentadekapeptid (15 Aminosäuren) mit außergewöhnlichen Gewebereparatur-Eigenschaften. Fördert Wundheilung, Gefäßneubildung und Zellschutz in Sehnen, Muskeln, Darm und Nerven. Über 30 Jahre präklinische Forschung.
Vollständiges 43-Aminosäuren-Thymosin Beta-4, ein natürlich vorkommendes Reparaturprotein, unabhängig per CoA bestätigt. Fördert Zellwanderung und Gefäßneubildung für systemische Gewebeheilung. Besonders erforscht für Muskel-, Sehnen- und Herzreparatur.
Der Wolverine Stack: BPC-157 + TB-500 zu gleichen Teilen in einem Fläschchen (50/50: 10mg = je 5mg, 20mg = je 10mg). Das meisterforschte Heilungspeptid-Duo für Gewebereparatur, Sehnenregeneration und systemische Heilung. Batch-spezifisches Janoshik-COA.
Gewebereparatur, Wundheilung und Regenerations-Peptide
Worum es in der Studie eigentlich ging
Die Arbeit ist keine Wirksamkeitsstudie und war auch nie als eine gedacht. Ein Analytiklabor wollte eine schnellere Methode bauen, mit der sich 54 verbotene peptidische und nicht-peptidische Substanzen in Blutproben nachweisen lassen, und zwar in getrockneten Blutstropfen ebenso wie in flüssigem Serum und Plasma.
Methodik in drei Sätzen
Die Probenvorbereitung besteht aus einem einzigen Mikroextraktionsschritt mit 500 Mikrolitern eines Methanol-Wasser-Gemischs im Verhältnis 8 zu 2. Der Nachweis erfolgt über Flüssigkeitschromatographie gekoppelt mit hochauflösender Massenspektrometrie. Die Nachweisgrenzen lagen zwischen 0,05 und 1,25 Nanogramm pro Milliliter, die Wiederfindung zwischen 15 und 80 Prozent.
Für die Validierung einer solchen Methode muss man wissen, wie lange die gesuchten Substanzen in der Probe überhaupt überleben. Wenn ein Peptid in der Probe zerfällt, bevor sie im Gerät ankommt, misst man nichts, egal wie gut das Gerät ist. Genau dafür wurde die Stabilität systematisch getestet. Und dieser Nebenschauplatz der Studie ist der Teil, der für die Peptidforschung interessant ist.
Der Kernbefund: die Matrix entscheidet
Bei 4 Grad Celsius und bei 22 Grad Celsius, also Kühlschrank und Zimmertemperatur, wurden zwei Gruppen sichtbar.
Die erste Gruppe war nach einer Woche in Serum und in Plasma weitgehend zerfallen: Alexamorelin, AOD-9604, Buserelin, hGH 176-191, Kisspeptin-10 und LHRH.
Die zweite Gruppe zeigte vollständige Degradation nur im Serum: BPC-157, TB-500, Vasopressin, Lypressin und Terlipressin.
Das ist der eigentliche Befund, und er ist feiner, als er auf den ersten Blick aussieht. Die Arbeit berichtet für BPC-157 und TB-500 vollständigen Zerfall ausschließlich im Serum. Sie sagt damit nicht, dass in Plasma nichts passiert ist, sondern nur, dass dort kein vollständiger Zerfall beobachtet wurde. Der Unterschied liegt also nicht am Peptid allein, sondern an der Umgebung.
Serum und Plasma sind nicht dasselbe
Beide sind der flüssige Anteil von Blut, aber sie entstehen unterschiedlich. Für Plasma wird die Gerinnung mit einem Zusatz gehemmt, das Blut wird ungeronnen zentrifugiert. Für Serum lässt man das Blut gerinnen und nimmt den Überstand ab. Dabei läuft die gesamte Gerinnungskaskade ab, eine Kette von Proteasen, die sich gegenseitig aktivieren. Ob und wie stark sich die beiden Matrizes dadurch in ihrer Proteaseaktivität unterscheiden, hat die Studie nicht gemessen.
Ein naheliegender Erklärungsansatz wäre enzymatischer Abbau. Die Studie hat den Mechanismus jedoch nicht untersucht und auch nicht bestimmt, worin sich die beiden Matrizes hier unterscheiden. Sie berichtet, was passiert ist, nicht warum. Alles Weitere wäre unsere Vermutung, und die kennzeichnen wir als solche.
Was getrocknet und gefroren passierte
Zwei weitere Ergebnisse gehören zum selben Experiment.
In getrockneten Blutproben, also auf Filterkarte aufgetropftem und eingetrocknetem Blut, blieben alle 54 Substanzen über die gesamte Studiendauer nachweisbar. Die Autoren ziehen daraus den praktischen Schluss, dass solche Proben ohne Kühlung transportiert und gelagert werden können, was Kosten spart.
Bei minus 20 Grad Celsius blieben ebenfalls alle Substanzen mindestens zwei Monate stabil, definiert als Abweichung unter 15 Prozent, und zwar in allen untersuchten Blutmatrizes.
Innerhalb der untersuchten Blutmatrizes schnitten getrocknete und gefrorene Proben besser ab als flüssige und warme. Das ist keine überraschende Rangfolge, aber sie ist hier an 54 Substanzen gleichzeitig gemessen worden, und das ist selten.
Was diese Studie ausdrücklich nicht sagt
Hier ist der Punkt, an dem eine Zusammenfassung leicht zu weit geht, deshalb sagen wir es deutlich.
Nicht übertragbar auf ein Vial
Gemessen wurde in gespiktem Blut, also in Blutproben, denen die Substanzen im Labor zugesetzt wurden. Das ist eine biologische Flüssigkeit voller aktiver Enzyme.
Ein lyophilisiertes Peptid im verschlossenen Vial ist das Gegenteil davon: trocken und ohne die Enzyme einer Körperflüssigkeit. Rekonstituiertes Peptid in bakteriostatischem Wasser liegt dazwischen, ist aber ebenfalls keine Blutmatrix.
Aus dieser Studie folgt daher keine Aussage darüber, wie lange ein ungeöffnetes Vial haltbar ist, wie lange rekonstituiertes Peptid im Kühlschrank brauchbar bleibt, oder ob ein Vial nach einem warmen Transport noch in Ordnung ist. Wer die Serum-Zahlen auf diese Fragen überträgt, rechnet mit den falschen Voraussetzungen.
Ebenso wenig sagt die Studie etwas über Wirksamkeit, über Sicherheit oder über irgendeine Anwendung am Menschen. Sie beschreibt eine Nachweismethode.
Was man trotzdem daraus mitnehmen kann
Drei Dinge halten wir für belastbar.
Erstens, die Empfindlichkeit ist substanzspezifisch, nicht pauschal. AOD-9604 gehörte zur empfindlicheren Gruppe und war nach einer Woche in beiden flüssigen Matrizes weitgehend zerfallen. Bei BPC-157 und TB-500 wurde vollständiger Zerfall nur im Serum beobachtet, was eine teilweise Degradation im Plasma nicht ausschließt. Wer über Peptidstabilität in einem Satz spricht, spricht ungenau.
Zweitens, in dieser Matrix ging es schnell. Eine Woche bei Kühlschranktemperatur reichte im Serum für vollständigen Zerfall. Was daraus für rekonstituiertes Peptid folgt, ist nichts: bakteriostatisches Wasser ist keine enzymhaltige Körperflüssigkeit, und die Studie hat diesen Fall nicht untersucht.
Drittens, innerhalb der untersuchten Blutmatrizes lag trocken und kalt vorn. Warum Peptide grundsätzlich zerfallen, behandeln wir getrennt im Artikel zur Chemie hinter dem Peptidzerfall. Der Wert dieser Arbeit liegt darin, dass die Zahlen aus einer unabhängigen Quelle ohne kommerzielles Interesse am Ergebnis stammen.
Wo unsere praktischen Hinweise stehen
Konkrete Hinweise zu Lagerung, Transport und Handhabung sammeln wir getrennt von Studienbefunden, damit klar bleibt, was gemessen und was abgeleitet ist. Siehe Peptide richtig lagern, Handhabung, Zyklus und Versandstabilität und Warum wird mein Peptid trüb.
Einordnung: warum Dopinganalytik für uns überhaupt relevant ist
Dopingkontrolllabore haben ein Interesse, das sich mit dem eines Forschungsanbieters teilweise deckt: Sie müssen wissen, wie lange eine Substanz in einer Probe nachweisbar bleibt, und sie dürfen sich dabei nicht irren. Ihre Stabilitätsdaten entstehen daher unter methodischem Druck und ohne Absatzinteresse.
Für uns heißt das: solche Arbeiten sind eine der wenigen unabhängigen Quellen, in denen Substanzen wie BPC-157 oder TB-500 überhaupt quantitativ auftauchen. Beide haben, anders als zugelassene Wirkstoffe, praktisch keine klinische Datenbasis. Was zu ihnen gemessen wird, stammt fast immer aus Tiermodellen, Zellkultur oder eben aus der Analytik.
Einzelne Peptide
Gastrisches Pentadekapeptid (15 Aminosäuren) mit außergewöhnlichen Gewebereparatur-Eigenschaften. Fördert Wundheilung, Gefäßneubildung und Zellschutz in Sehnen, Muskeln, Darm und Nerven. Über 30 Jahre präklinische Forschung.
Vollständiges 43-Aminosäuren-Thymosin Beta-4, ein natürlich vorkommendes Reparaturprotein, unabhängig per CoA bestätigt. Fördert Zellwanderung und Gefäßneubildung für systemische Gewebeheilung. Besonders erforscht für Muskel-, Sehnen- und Herzreparatur.
Als Blend
Der Wolverine Stack: BPC-157 + TB-500 zu gleichen Teilen in einem Fläschchen (50/50: 10mg = je 5mg, 20mg = je 10mg). Das meisterforschte Heilungspeptid-Duo für Gewebereparatur, Sehnenregeneration und systemische Heilung. Batch-spezifisches Janoshik-COA.
3-in-1 Haut-Peptidmischung: GHK-Cu 50mg + BPC-157 10mg + TB-500 10mg. Fördert Kollagensynthese, Geweberegeneration und Hautreparatur für umfassende dermatologische Forschung.
Zubehör zur Rekonstitution
USP-Qualität steriles Wasser mit 0,9% Benzylalkohol (nahezu neutral, pH 6,2 bis 6,4) - das Standard-Lösungsmittel zur Rekonstitution lyophilisierter Peptide. Unverzichtbares Zubehör für jede Peptidforschung. Jedes Fläschchen ist versiegelt und gebrauchsfertig.
Transparente Aufbewahrungsbox mit 10 Einzelfächern für 1-3 ml Peptid-Vials. Stapelbar, kühlschrankfreundlich, reise-tauglich. Ideal für bakteriostatisches Wasser, GLP-1, BPC-157 und ähnliche Vials.
Was die Community fragt, und was die Literatur dazu nicht sagt
Die häufigste Frage in den von uns geprüften Foren und Anbieter-FAQs ist nicht die nach Serum oder Plasma. Sie lautet: Kühlschrank oder Gefrierfach, und wie viele Tage hält rekonstituiertes Peptid.
Die Antwort, die uns dort begegnet ist, lautet meist: Kühlschrank ja, Gefrierfach nie, 28 bis 60 Tage. Auf keiner der von uns geprüften Seiten war eine Stabilitätsstudie hinter diesen Zahlen genannt.
Die Handhabungsempfehlung eines etablierten Peptidherstellers sagt für Peptidlösungen allgemein etwas anderes. Dort heißt es, Peptidlösungen sollten aliquotiert und unter minus 15 Grad Celsius eingefroren werden, und Lösungen würden am besten vor dem Einfrieren aliquotiert, um Auftau- und Wiedereinfrierzyklen zu vermeiden, die das Peptid belasten. Ergänzend wird von langfristiger Lagerung in Lösung abgeraten, besonders bei Peptiden mit Asn-, Gln-, Cys-, Met- oder Trp-Resten, und ein pH-Bereich von 5 bis 7 als günstig genannt (Bachem, Handling and Storage Guidelines for Peptides).
Das ist allgemeine Peptidchemie und keine Aussage über BPC-157 oder TB-500 im Speziellen. Wir zitieren es, weil es der verbreiteten Forenregel widerspricht und weil niemand diesen Widerspruch auflöst.
Die ehrliche Lücke
Es gibt bis heute keine publizierte Studie, die BPC-157 oder TB-500 in genau der Form misst, auf die sich die Lagerungsbehauptungen beziehen: rekonstituiert in bakteriostatischem Wasser, im Glasvial, gekühlt, über die 28 bis 60 Tage, die auf den von uns geprüften Seiten behauptet werden.
Die meistgestellte Frage der Community hat derzeit keine Antwort aus der Primärliteratur. Auch diese Studie liefert sie nicht, sie misst Nachweisbarkeit in einer biologischen Matrix, nicht Haltbarkeit eines Präparats. Auf den von uns geprüften Seiten war für die genannten Tageszahlen keine publizierte Messung angegeben.
Im Umlauf ist außerdem ein Forendatensatz zu Zerfall bei Raumtemperatur, erhoben per UV-Vis-Spektrophotometrie. Er betrifft Tirzepatide, MOTS-c und Mazdutide, nicht BPC-157 oder TB-500, ist unpubliziert, stammt aus einer einzigen Quelle und wurde nie unabhängig wiederholt. Als Beleg für die beiden hier besprochenen Peptide taugt er nicht.
Wenn ein Peptid schlecht wird, ist Lagerung nicht die einzige Erklärung
Eine peer-reviewte Netnographie eines britischen Fitnessforums (Turnock und Hearne, Performance Enhancement & Health, 493 Threads, knapp 15.000 Beiträge) dokumentiert einen Nutzer, dessen TB-500 und BPC-157 nach dem Anmischen im Kühlschrank zu einer zähen Masse wurden. Bemerkenswert ist die Reaktion im Thread: die Ursache wurde dort nicht bei der Lagerung gesucht, sondern beim Verkäufer.
Dafür gibt es eine Zahl. Die Schweizer Zollbehörden liessen 1190 beschlagnahmte Dopingprodukte analysieren (Substance Use & Misuse, PMID 28156209). Bei 146 davon, also 12 Prozent, wies das Etikett auf Peptidhormone oder Wachstumsfaktoren hin. Über die gesamte Stichprobe hinweg enthielten weniger als 20 Prozent der Produkte die angegebene Substanz in der angegebenen Menge.
Einordnung dieser Zahl
Das ist eine Stichprobe beschlagnahmter Ware an der Grenze aus dem Jahr 2017, keine Zufallsstichprobe des Marktes. Sie sagt nichts darüber, was in einem bestimmten Vial ist, und erlaubt keinen Vergleich, wie häufig Produktidentität gegenüber Lagerung die Ursache ist. Sie zeigt lediglich, dass Produktidentität in diesem Feld überhaupt eine ernstzunehmende Frage ist.
Zu jeder unserer Chargen liegt ein Analysenzertifikat des jeweiligen Labors vor, einsehbar auf unserer CoA-Seite. Diese Zertifikate dokumentieren die vom Labor berichteten Ergebnisse für die untersuchte Probe. Sie sind keine Langzeitstabilitätsdaten, und wir testen nicht selbst.
Häufige Fragen
Quelle
Rapid and harmonized analytical workflow for the determination of peptidic and non-peptidic doping agents in dried and liquid blood matrices. Analyst, Royal Society of Chemistry, elektronisch veröffentlicht am 27. Juli 2026. PubMed-ID 42328738.
Nur für Forschungszwecke. Nicht zum menschlichen Verzehr. Nichts in diesem Artikel ist eine medizinische Beratung, eine Dosierungsempfehlung oder ein Heilversprechen. Die beschriebenen Substanzen sind nicht als Arzneimittel zugelassen.
Forschung in Deutschland
Für Forschende in Deutschland gelten beim Bezug von Peptiden besondere regulatorische Rahmenbedingungen, die wir hier kurz einordnen.
- Zuständige Behörde
- BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) sowie Paul-Ehrlich-Institut für biologische Produkte
- Umsatzsteuer
- 19% MwSt inklusive im Preis
- Versand innerhalb DE
- 1 bis 2 Werktage via DHL Premium aus dem EU-Lager
Forschungschemikalien fallen in Deutschland nicht unter das Arzneimittelgesetz (AMG), solange keine therapeutischen Wirkversprechen gegenüber Verbrauchern gemacht werden und der Verkauf ausschließlich für Laborzwecke erfolgt. Die Beweislast für eine korrekte Etikettierung als Forschungsprodukt liegt beim Anbieter. Wir kennzeichnen jede Charge mit unserem Farbsystem, leiten das CoA des Produzenten unverändert weiter und dokumentieren die Lieferkette transparent. Bei Fragen zum Rechtsstatus oder zur Anwendung im akademischen Kontext empfehlen wir die direkte Rücksprache mit dem zuständigen Institut für Pharmakologie oder dem rechtswissenschaftlichen Dienst der Hochschule.