
DSIP
DSIP (Delta Sleep-Inducing Peptide), ein Nonapeptid, das 1977 isoliert wurde. Forschungsmaterial zu Schlaf-, HPA-Achsen- und Stressregulation. Lyophilisiertes Pulver in Forschungsqualitaet, nur fuer Laborzwecke.
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Nonapeptid
DSIP ist ein Nonapeptid mit der Sequenz Trp-Ala-Gly-Gly-Asp-Ala-Ser-Gly-Glu, 1977 aus dem Blut schlafender Kaninchen isoliert. Daher der Name Delta Sleep-Inducing Peptide.
Offener Mechanismus
Trotz jahrzehntelanger Forschung wurde nie ein eindeutiger Rezeptor oder ein DSIP-Gen identifiziert (PMID 16539679). Der genaue Wirkmechanismus bleibt ungeklaert.
HPA-Achse und Stress
In Tiermodellen daempft DSIP die Reaktivitaet der HPA-Achse: es senkt stressinduziertes ACTH und Cortisol und erhoeht die Substanz P im Hypothalamus (PMID 1382246).
Antioxidative Daten
In Rattenstudien hemmte DSIP die Lipidperoxidation und steigerte antioxidative Enzyme wie SOD, Katalase und Glutathionperoxidase (PMID 11421812, 21809625).
Sehr kurze Halbwertszeit
Pharmakokinetische Daten zeigen eine sehr kurze Halbwertszeit: Hund 4,0 min, Affe 2,9 min, Ratte 2,0 min nach intravenoeser Gabe (PMID 6379493).
Regulatorischer Status
Kein zugelassenes Arzneimittel, nicht patentiert. Als Emideltide wurde DSIP zum 22. April 2026 von der FDA-503A-Kategorie-2-Liste entfernt. Das ist keine Compounding-Freigabe. Eine PCAC-Pruefung ist fuer den 24. Juli 2026 angesetzt.
Forschungsbereiche
Was ist DSIP
DSIP (Delta Sleep-Inducing Peptide) ist ein Nonapeptid mit der Sequenz Trp-Ala-Gly-Gly-Asp-Ala-Ser-Gly-Glu. Es wurde 1977 aus dem Blut schlafender Kaninchen isoliert, woraus sich der Name ableitet. Trotz dieses Namens ist die Rolle des Peptids als Schlaffaktor in der Literatur nur schwach belegt, und ein eindeutiger Rezeptor oder ein zugehoeriges Gen wurde nie gefunden (PMID 16539679).
DSIP ist kein zugelassenes Arzneimittel und nicht patentiert. Unter der Bezeichnung Emideltide (Acetat oder freie Base) stand es auf der FDA-503A-Kategorie-2-Liste, die auf erhebliche Sicherheitsbedenken hinweist. Das aktualisierte 503A-Dokument (veroeffentlicht am 15. April 2026) entfernte Emideltide/DSIP zum 22. April 2026 aus Kategorie 2, als Teil von 12 entfernten Peptiden. Wichtig: die Entfernung aus Kategorie 2 ist fuer sich genommen keine Compounding-Freigabe. Eine PCAC-Pruefung von DSIP (gemeinsam mit Epitalon und Semax) ist fuer den 24. Juli 2026 angesetzt. Erst die Aufnahme in die 503A-Bulks-Liste wuerde einen klaren Compounding-Weg eroeffnen.
Wir liefern es als lyophilisiertes Pulver in Forschungsqualitaet.
Wie es wirkt
Der Wirkmechanismus von DSIP ist nicht aufgeklaert. Obwohl das Peptid seit 1977 untersucht wird, wurde kein einzelner DSIP-Rezeptor und kein DSIP-Gen identifiziert (PMID 16539679). Aussagen zur Wirkung beruhen daher auf beobachteten funktionellen Effekten, nicht auf einem definierten molekularen Angriffspunkt.
Auf der Ebene der Stressachse daempft DSIP in Tiermodellen die Reaktivitaet der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse. In Ratten senkte es stressinduziertes ACTH und Cortisol, erhoehte die Substanz P im Hypothalamus und verringerte die Nebennierenhypertrophie sowie die Thymusinvolution, wobei der staerkste Effekt bei der niedrigeren Dosis auftrat (PMID 1382246).
Ein zweiter Befundstrang ist antioxidativ. In Rattenstudien zu Kaelte- und oxidativem Stress hemmte DSIP die Lipidperoxidation und steigerte antioxidative Enzyme wie Superoxiddismutase, Katalase und Glutathionperoxidase (PMID 11421812). In einer Alterungsstudie ueber mehrere Monate, mit Gaben an fuenf aufeinanderfolgenden Tagen pro Monat, unterdrueckte es die Lipidperoxidation und hob SOD, Katalase und Coeruloplasmin an (PMID 21809625), was den diskutierten geroprotektiven Forschungswinkel bildet.
Pharmakokinetisch ist DSIP sehr kurzlebig. Nach intravenoeser Gabe betrugen die Halbwertszeiten Hund 4,0 min, Affe 2,9 min und Ratte 2,0 min, bei einer Clearance von etwa 30,7 ml/kg/min (PMID 6379493). In der namensgebenden Schlafforschung berichtete eine Studie an sechs chronischen Insomnikern nach einer einzelnen intravenoesen Dosis laengeren Schlaf, bessere Schlafqualitaet und weniger Unterbrechungen ohne Tagesmuedigkeit (PMID 7028502).
Haeufig gemeinsam untersucht
DSIP wird in der Forschung im Kontext von ZNS- und Stressregulation untersucht und daher oft neben anderen neuromodulatorischen Peptiden betrachtet. Selank und Semax sind kurze regulatorische Peptide, die in angst- und stressbezogenen Modellen erforscht werden. Epitalon ist das vierte Peptid, das zusammen mit DSIP und Semax auf der PCAC-Tagesordnung am 24. Juli 2026 steht, und wird im Kontext von Alterung und antioxidativen Mechanismen untersucht.
Kurzes regulatorisches Peptid, untersucht zu Angst und Stress
Synthetisches Tuftsin-Analogon mit anxiolytischen, nootropen und immunmodulatorischen Eigenschaften. Entwickelt an der Russischen Akademie der Wissenschaften.
Neuromodulatorisches Peptid, gemeinsam auf der PCAC-Pruefung
Gehirnförderndes nootropes Peptid, abgeleitet von ACTH. Erhöht BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), verbessert Fokus, Gedächtnis und geistige Klarheit. Weit verbreitet in der russischen klinischen Praxis zur kognitiven Verbesserung.
Untersucht zu Alterung und antioxidativen Mechanismen
Tetrapeptid (Ala-Glu-Asp-Gly), das Telomerase aktiviert - das Enzym, das für die Erhaltung der Telomerlänge verantwortlich ist. Eines der am meisten erforschten Peptide in der Langlebigkeitsforschung, entwickelt von Prof. Khavinson am St. Petersburger Institut für Bioregulierung.
Zur Rekonstitution ist das Standard-Loesungsmittel in veroeffentlichten Protokollen bakteriostatisches Wasser.
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Dokumentation
Materialspezifikation
Reinheit
Testmethode
Form
Lagerung (versiegelt)
Lagerung (rekonstituiert)
CoA
Laborbericht (COA)
Ausgewählte Forschung
- PMID 7028502
Schneider-Helmert D, Schoenenberger GA. Effects of DSIP in man. Multifunctional psychophysiological properties besides induction of natural sleep
Studie an sechs chronischen Insomnikern, laengerer Schlaf und bessere Qualitaet nach einer einzelnen Dosis - PMID 1382246
Shandra AA et al. The effect of DSIP on emotional stress and stress resistance
Rattenmodell zu emotionalem Stress, gesenktes stressinduziertes ACTH/Cortisol und erhoehte Substanz P im Hypothalamus - PMID 11421812
Khvatova EM et al. DSIP effects on antioxidant enzymes under cold and oxidative stress
Rattenstudie, gesteigerte SOD, Katalase und Glutathionperoxidase, verringerte Lipidperoxidation - PMID 21809625
Bondarenko TI et al. Geroprotective effect of DSIP
Alterungsstudie an Ratten, unterdrueckte Lipidperoxidation, angehobene SOD/Katalase/Coeruloplasmin - PMID 6379493
Pharmacokinetics of DSIP in dog, monkey and rat
Pharmakokinetik, Halbwertszeiten Hund 4,0 / Affe 2,9 / Ratte 2,0 min nach i.v. Gabe - PMID 16539679
Review: DSIP and its mechanism, the sleep-factor hypothesis
Literaturuebersicht, kein DSIP-Gen oder Rezeptor identifiziert, Schlaffaktor-Hypothese nur schwach belegt
Nur für Forschungszwecke
Dieses Material wird ausschließlich für In-vitro-Forschung und Laborzwecke verkauft. Nicht zum Verzehr durch Menschen oder Tiere, für medizinische, kosmetische oder Haushaltsanwendungen bestimmt. Nur für professionelle Laborumgebungen geeignet.
Datenblatt
- CAS-Nummer
- 62568-57-4
- Summenformel
- C₃₅H₄₈N₁₀O₁₅
- Molekulargewicht
- 848.8 g/mol
- Typ / Rezeptor
- Delta sleep-inducing nonapeptide
- Form
- Weißes lyophilisiertes Pulver
- Löslichkeit
- Bakteriostatisches Wasser (BAC)
- Lagerung
- -20°C bis zu 24 Monate; nach Rekonstitution 30 Tage bei 2-8°C
Identifikationsdaten aus öffentlichen chemischen Referenzen (PubChem). Reinheit je Charge: siehe Laborberichte unten.
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