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Forschung im Klartext

BPC-157

Worum geht's

BPC-157 ist ein synthetisches stabiles gastrisches Pentadecapeptid (15 Aminosäuren), ein Fragment, das von einem Protein im menschlichen Magensaft abgeleitet ist. In Tierstudien wurde es auf seine Wirkung auf die Heilung von Sehnen, Bändern, dem Muskel-Sehnen-Übergang, Nerven und der Magenschleimhaut getestet. Alle bisherigen Wirksamkeitsbelege sind präklinisch (Ratten); es gibt keine veröffentlichte Wirksamkeitsstudie am Menschen und kein etabliertes Dosierungsprotokoll für den Menschen.

In Studien so eingesetzt

Modell
Ratte (männliche Wistar)
Untersucht bei
Heilung der Achillessehne zum Knochen nach chirurgischer Ablösung der Sehne vom Fersenbein
Dosis
10 ug/kg, 10 ng/kg, or 10 pg/kg per dose (rat study, already published per kg body weight)
Dosierung
Einmal täglich, erste Dosis innerhalb von 30 Minuten nach der Operation
Applikation
Intraperitoneale Injektion
Dauer
Beurteilt an den Tagen 1, 4, 7, 10, 14 und 21 nach der Operation (tägliche Dosierung bis 24 Stunden vor der Beurteilung)

Gemessene Wirkung: Behandelte Ratten zeigten eine bessere Sehnen-zu-Knochen-Heilung funktionell (höherer Achilles-Funktionsindex), biomechanisch (höhere Last bis zum Versagen, Steifigkeit und Youngscher Modul) und histologisch (bessere Kollagenorganisation, stärkere Vaskularisierung, mehr Typ-I-Kollagen). BPC-157 wirkte zudem der Verschlechterung der Heilung entgegen, die durch das Kortikosteroid Methylprednisolon verursacht wurde.

Nebenwirkungen: In dieser Studie wurden keine unerwünschten Ereignisse berichtet

Quellen: Krivic A, Anic T, Seiwerth S, Huljev D, Sikiric P. Achilles detachment in rat and stable gastric pentadecapeptide BPC 157: promoted tendon-to-bone healing and opposed corticosteroid aggravation. J Orthop Res. 2006;24(5):982-9.

Modell
Ratte (Wistar)
Untersucht bei
Heilung des medialen Kollateralbands (MCL) nach chirurgischer Durchtrennung des Bands
Dosis
Intraperitoneal 10 ng/kg per dose; or topical 1.0 ug per gram of cream; or per-oral 0.16 ug/mL in drinking water (about 12 mL/rat/day). The injected figure is already per kg body weight in this rat study.
Dosierung
Intraperitoneal einmal täglich; topisch erstmals 30 Minuten nach der Operation aufgetragen und letztmals 24 Stunden vor der Tötung; oral kontinuierlich im Trinkwasser
Applikation
Intraperitoneal, topisch (Creme) und per-oral (Trinkwasser) verglichen
Dauer
Bis zu 90 Tage nach der Operation

Gemessene Wirkung: Alle drei Verabreichungswege erzielten gegenüber den Kontrollen konsistente Verbesserungen der Bandheilung in funktionellen, biomechanischen, makroskopischen und histologischen Messgrößen. Die Zusammenfassung berichtet die Wirkrichtung (verbesserte Heilung), gibt aber keine Zahlenwerte pro Messgröße an.

Nebenwirkungen: In dieser Studie wurden keine unerwünschten Ereignisse berichtet

Quellen: Cerovecki T, Bojanic I, Brcic L, Radic B, Vukoja I, Seiwerth S, Sikiric P. Pentadecapeptide BPC 157 (PL 14736) improves ligament healing in the rat. J Orthop Res. 2010;28(9):1155-61.

Modell
Ratte
Untersucht bei
Geschädigter Muskel-Sehnen-Übergang (Quadrizepssehne vom Muskel abgetrennt, ein Defekt, der bei Ratten nicht von selbst heilt)
Dosis
Intraperitoneal 10 ug/kg or 10 ng/kg per dose; or per-oral 0.16 ug/mL or 0.16 ng/mL in drinking water (about 12 mL/rat/day). The injected figures are already per kg body weight.
Dosierung
Intraperitoneal ab unmittelbar nach der Operation bis 24 Stunden vor der Tötung; oral kontinuierlich im Trinkwasser bis zur Tötung
Applikation
Intraperitoneal und per-oral (Trinkwasser)
Dauer
Tötung an den Tagen 7, 14, 28 und 42 nach der Operation

Gemessene Wirkung: Behandelte Ratten zeigten verbesserte makroskopische und mikroskopische Befunde, größere biomechanische Festigkeit und bessere funktionelle Erholung. Der Übergangsdefekt verschwand Berichten zufolge bis Tag 42 vollständig, der Muskelschwund wurde abgewendet, das entzündliche Infiltrat war reduziert, und die Marker eNOS und COX-2 waren normalisiert, bei reduziertem oxidativem Stress gegenüber unbehandelten Kontrollen.

Nebenwirkungen: In dieser Studie wurden keine unerwünschten Ereignisse berichtet

Quellen: Japjec M, Horvat Pavlov K, Petrovic A, et al. Stable gastric pentadecapeptide BPC 157 as a therapy for the disable myotendinous junctions in rats. Biomedicines. 2021;9(11):1547.

Modell
Ratte
Untersucht bei
Magengeschwür (akutes Modell, acetatinduziertes chronisches Geschwürmodell und Pylorusligatur-Modell)
Dosis
200, 400 or 800 ng/kg per dose (rat study, already published per kg body weight)
Dosierung
Einzel- oder kontinuierliche Verabreichung je nach Modell
Applikation
Intramuskulär oder intragastrisch (verglichen)
Dauer
In der Zusammenfassung nicht angegeben; umfasst akute und chronische Geschwürprotokolle

Gemessene Wirkung: BPC-157 reduzierte die Geschwürfläche, mit Hemmraten der Geschwürbildung von 45,7% bis 65,6%. Die intramuskuläre Dosis von 800 ng/kg ergab eine Hemmung von 65,5%, 65,6% und 59,9% über die drei Modelle. Es beschleunigte den Wiederaufbau von Drüsenepithel und Granulationsgewebe. Die intramuskuläre Dosierung war wirksamer als die intragastrische und wirkte bei einer niedrigeren wirksamen Dosis; die Wirkung schnitt im Vergleich zu Famotidin-Kontrollen günstig ab.

Nebenwirkungen: In dieser Studie wurden keine unerwünschten Ereignisse berichtet

Quellen: Xue XC, Wu YJ, Gao MT, et al. Protective effects of pentadecapeptide BPC 157 on gastric ulcer in rats. World J Gastroenterol. 2004;10(7):1032-6.

Modell
Ratte (Wistar)
Untersucht bei
Traumatische Ischiasnervverletzung (vollständige Durchtrennung des Ischiasnervs)
Dosis
10 ng/kg (published per kg body weight); the abstract also lists a 10 ug arm whose per-kg versus per-animal basis is not specified
Dosierung
Wiederholte Verabreichung nach Nervendurchtrennung (intraperitoneale/intragastrische Arme) mit lokaler Anwendung an der Anastomose in anderen Armen
Applikation
Intraperitoneal, intragastrisch, lokal an der Anastomosenstelle und in einen Nerven-Schlauch injiziert
Dauer
Über den Regenerationszeitraum nach der Verletzung verfolgt (funktionelle und histomorphometrische Beurteilung)

Gemessene Wirkung: Behandelte Ratten zeigten eine schnellere axonale Regeneration: verbesserte motorische Aktionspotenziale, höhere Werte des Ischias-Funktionsindex und kein Autotomieverhalten gegenüber den Kontrollen. Die Histomorphometrie zeigte einen größeren Durchmesser myelinisierter Fasern, eine größere Myelindicke und eine höhere Faserdichte.

Nebenwirkungen: In dieser Studie wurden keine unerwünschten Ereignisse berichtet

Quellen: Gjurasin M, Miklic P, Zupancic B, et al. Peptide therapy with pentadecapeptide BPC 157 in traumatic nerve injury. Regul Pept. 2010;160(1-3):33-41.

Modell
Mäuse (BALB/c und ICR), Ratten (Sprague-Dawley), Kaninchen und Hunde
Untersucht bei
Präklinische Sicherheits- und Toxikologiebewertung (Einzeldosis, wiederholte Dosis, Genotoxizität, embryo-fetal und lokale Verträglichkeit) für die Anwendung in der Wundheilung
Dosis
Highest specifically reported dose was 2 mg/kg in dogs, where a reversible creatinine decrease occurred; exact per-kg maxima for most species were not given in the abstract
Dosierung
Einzeldosis- und Mehrfachdosis-Protokolle über die Spezies hinweg
Applikation
Orale Verabreichung und intramuskuläre Injektion
Dauer
Toxizität bei wiederholter Dosis mit einer 2-wöchigen Auswasch-/Erholungsphase bei Hunden beurteilt

Gemessene Wirkung: BPC-157 wurde gut vertragen und verursachte bei keiner der vier Spezies eine schwerwiegende Toxizität. Einzeldosisstudien zeigten keine testbezogenen Effekte. Bei Hunden trat bei 2 mg/kg (nicht bei niedrigeren Dosen) eine reversible Verringerung des Kreatinins auf, die sich nach einer 2-wöchigen Auswaschphase zurückbildete. Es wurde keine Genotoxizität und keine embryo-fetale Toxizität beobachtet. In der Zusammenfassung wurde keine LD50 berichtet.

Nebenwirkungen: Die lokale Verträglichkeitsprüfung zeigte nur eine leichte Reizung. Der einzige bemerkenswerte systemische Befund war eine reversible Verringerung des Serumkreatinins bei Hunden bei 2 mg/kg. Es wurden keine schwerwiegende Toxizität, keine Genotoxizität und keine embryo-fetale Toxizität beobachtet.

Quellen: Xu C, Sun L, Ren F, et al. Preclinical safety evaluation of body protective compound-157, a potential drug for treating various wounds. Regul Toxicol Pharmacol. 2020;114:104665.

Wie belastbar

Ehrliche Einschätzung: Alle Wirksamkeitsbelege für BPC-157 sind präklinisch und fast ausschließlich an Ratten erhoben. Es gibt keine veröffentlichte Wirksamkeitsstudie am Menschen und kein etabliertes Dosierungsprotokoll für den Menschen; wer eine "Humandosis" zitiert, extrapoliert, anstatt validierten Empfehlungen zu folgen. Ein großer Teil der veröffentlichten Arbeiten stammt von einer einzigen Forschungsgruppe um P. Sikiric (Zagreb), was eine anerkannte Einschränkung durch Quellenkonzentration darstellt und bedeutet, dass die unabhängige Replikation dünn ist. Die Rattenstudien berichten Dosen, die bereits pro Kilogramm normalisiert sind (10 ug/kg, 10 ng/kg, 10 pg/kg, 200-800 ng/kg), was nützlich ist, aber die wirksamen Dosen erstrecken sich über viele Größenordnungen, und die Zusammenfassungen geben oft die Wirkrichtung ohne vollständige Zahlentabellen an. Die Verabreichungswege sind gemischt (intraperitoneal, intramuskulär, intragastrisch, oral über das Trinkwasser, topisch), sodass die Ergebnisse zwischen den Studien nicht direkt vergleichbar sind. Zur Sicherheit fand die eine speziesübergreifende präklinische Toxikologiestudie (Xu 2020, Regul Toxicol Pharmacol) BPC-157 gut verträglich, mit nur leichter lokaler Reizung, ohne Genotoxizität, ohne embryo-fetale Toxizität und mit einem einzigen reversiblen Befund (verringertes Kreatinin bei Hunden bei 2 mg/kg); dies ist jedoch Tier-Toxikologie, keine Sicherheitsdaten am Menschen, und es wurde keine LD50 berichtet. Fazit: vielversprechend und durchgängig positiv in Nagetier-Heilungsmodellen, aber am Menschen unbewiesen, abhängig von einer engen Gruppe von Forschern und ohne validierte Humandosis oder Langzeit-Sicherheitsbilanz beim Menschen.

Quellen

Studiendaten, nur Forschung, kein etabliertes Humanprotokoll.